Das Prüfverfahren zur BITV


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Prüfschritt 9.3.2.1
Keine unerwartete Kontextänderung bei Fokus

Technische Angaben

Anforderung der EN 301 549 Vorhersehbar
Bewertungsalternativen ja / eher erfüllt / teilweise erfüllt / eher nicht erfüllt / nein
Bezieht sich auf einzelne Webseite

Was wird geprüft?

Wenn irgendeine Komponente der Seite den Fokus erhält, soll dies nicht zu einer unerwarteten Kontextänderung führen.

Warum wird das geprüft?

Unerwartete und unangekündigte Kontextänderungen bei Fokussierung einer Komponente (z. B. das automatische Abschicken von Formularen), kann die Orientierung von Nutzern beeinträchtigen. Kontextänderungen auf der Seite selbst können Nutzer ablenken und verwirren oder auch unbemerkt bleiben und dadurch für Verwirrung sorgen. Sie sollten deshalb erwartet und klar nachvollziehbar sein.

Das Öffnen neuer Fenster bei Fokussierung einer Komponente oder beim Laden einer Seite kann die Orientierung des Benutzers ebenfalls beeinträchtigen. Das gilt ganz besonders für blinde und sehbehinderte Benutzer. Sie bemerken möglicherweise nicht, dass sich der Kontext geändert hat. Wenn das neue Fenster den Fokus erhält, funktioniert der Zurück-Button des Browsers nicht mehr. Der Überblick kann verloren gehen, möglicherweise wird dann versehentlich das falsche Fenster (mit der Historie der bislang besuchten Seiten) geschlossen.

Wie wird geprüft?

1. Anwendbarkeit des Prüfschritts

Der Prüfschritt ist immer anwendbar.

2. Prüfung

Seite im Firefox aufrufen. Das Laden der Seite sollte kein neues Fenster öffnen. Mit der Tabulatortaste die Links und Formularelemente durchgehen. Der Fokuserhalt soll keine automatischen Kontextänderungen (etwa Pop-up-Fenster oder automatisches Abschicken von Formularen) auslösen.

3. Hinweise

Der Prüfschritt bezieht sich nur auf neue Browserfenster, nicht auf skriptgesteuerte Seiten-Elemente, die den Inhalt überlagern (Stichwort Lightbox).

Das Öffnen von Custom Tooltips, also nicht modalen Fenstern, die sich beim Weitertabben oder Mausklick selbständig schließen, gilt dabei nicht als Kontextänderung.

Fragen zu diesem Prüfschritt

Die WCAG empfehlen in den Advisory Techniques G200 und G201, das Öffnen neuer Fenster auf Fälle zu beschränken, in denen das aus einer Zugänglichkeitsperspektive sinnvoll ist und Benutzer zuvor über das Öffnen eines neuen Fensters zu informieren (etwa als Teil des Links, der das Fenster öffnet).

Das unangekündigte Öffnen neuer Fenster bei der Aktivierung von Links wird jedoch grundsätzlich akzeptiert. Dies ist dadurch gerechtfertigt, das moderne Benutzeragenten Einstellungsmöglichkeiten für den Umgang mit automatisch öffnenden Fenstern bieten. In den meisten aktuellen Browser-Versionen lässt sich inzwischen festlegen, ob neue Fenster also zusätzliches Browser-Fenster oder in einem Tab (Registrierkarte) geöffnet werden sollen oder ob unangekündigte Fenster grundsätzlich unterdrückt werden sollen (Stichwort Popup-Blocker). Einige Browser (Firefox) erlauben auch die Festlegung, ob neue Tabs im Vordergrund geöffnet werden sollen (also den Fokus erhalten sollen) oder nicht.

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