Das Prüfverfahren zur BITV


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Prüfschritt 12.1.1
Dokumentation von Kompatibilität und Barrierefreiheit

Technische Angaben

Version Aktuell
Anforderung der EN 301 549 Dokumentation und Support
Bewertungsalternativen ja / eher erfüllt / teilweise erfüllt / eher nicht erfüllt / nein / nicht anwendbar
Bezieht sich auf gesamten Webauftritt

Was wird geprüft?

Die Dokumentation des Webangebots soll vorhandene zusätzliche Eigenschaften und Funktionen in Bezug auf Barrierefreiheit auflisten und deren Nutzung erklären, sofern diese als Teil des Web-Angebots selbst implementiert wurden. Dazu gehören zum Beispiel Vorlesefunktionen, Funktionen zum Einstellen individueller Farbschemata oder verfügbare Tastaturkurzbefehle. Auch Informationen zur (möglicherweise eingeschränkten) Kompatibilität mit assistiven Technologien zählen dazu.

Warum wird das geprüft?

Wenn Angebote bestimmte Barrierefreiheitsfunktionen enthalten, sollten diese gut dokumentiert sein, denn viele Nutzer werden ohne ausdrückliche Hinweise diese Funktionen nicht erkennen oder nutzen können.

Wie wird geprüft?

1. Anwendbarkeit des Prüfschritts

Dieser Prüfschritt ist anwendbar, wenn eine Dokumentation vorhanden ist und wenn der Teil der Dokumentation, der sich mit Barrierefreiheit und Kompatibilität beschäftigt, auf HTML-Basis integriert ist. Eine Dokumentation, die ausschließlich außerhalb der Webseite bereitgestellt wird, und / oder in anderen Formaten vorliegt, kann nicht im Rahmen dieses Prüfverfahrens mitgetestet werden. Die entsprechende Dokumentation muss dann in einem separaten Auftrag geprüft werden.

2. Prüfung

Alle für die Barrierefreiheit relevanten Informationen zur Webseite sollen in der Dokumentation aufgelistet und erklärt werden. Die Dokumentation kann dabei auf der Webseite zur Verfügung gestellt werden oder separat verfügbar sein. Zu finden ist die Dokumentation z. B. auf Hilfeseiten bzw. in Support-Bereichen, Wikis oder der Erklärung zur Barrierefreiheit.

Die Dokumentation muss dabei z. B. folgende Informationen enthalten, sofern relevant:

  • Barrierefreiheitserklärung nach EU-Richtlinie 2016/2102 (ggf. verlinkt)

  • Einzelheiten zu Features für die Barrierefreiheit, sofern sie auf der Webseite integriert sind, zum Beispiel:

    • Vorlesefunktion

    • Funktionen die Nutzern die Einstellung individueller Farbschemata erlauben

    • Aktivierung verbesserter Darstellungen des Maus- oder Tastaturfokus

    • Anpassung von Textabständen

    • Besondere Bedienungsarten mit Tastatur / Tastenkombinationen, z.B. spezielle Tastenkombinationen für die Nutzung mit assistiven Technologien

  • Hinweise auf unterstützte Umgebungen, falls es Einschränkungen bei der Nutzbarkeit mit assistiven Technologien gibt

Es wird empfohlen, Metadaten für die unterstützten Barrierefreiheitsfunktionen und Kompatibilität gemäß den Konventionen von WebSchemas/Accessibility 2.0 bereitzustellen.

3. Hinweise

  1. Das Fehlen von zusätzlichen Barrierefreiheits-Funktionen wird nicht negativ bewertet. Wenn sie eingesetzt werden, müssen sie aber dokumentiert sein.

  2. Es wird nur die Dokumentation von Barrierefreiheits-Funktionen verlangt, die vom Webangebot selbst implementiert werden. Dazu gehören auch Features wie Vorlesefunktionen, die von Drittanbietern definiert und im Angebot eingebunden werden. Barrierefreiheits-Funktionen des Browsers oder des jeweiligen Betriebssystems müssen dagegen nicht dokumentiert werden.

  3. Zum Punkt Hinweise auf unterstützte Umgebungen: Wenn das Angebot explizit für einen eingeschränkten Nutzerkreis (zum Beispiel ein Firmen-Intranet) entwickelt wurde und für diesen eine bestimmte unterstützte Nutzungsumgebung (beispielsweise ein bestimmter Browser und ein bestimmter Screenreader) festgelegt wurde, soll die Dokumentation die unterstützte Umgebung nennen. Nutzer, die in anderen Umgebungen auf Barrieren stoßen, können dann wengistens ermitteln, woran es liegt, und können ggf. ihre Nutzungsumgebung anpassen. Für Angebote, die allgemein im Web zugänglich sind und mit verschiedensten Browsern und Hilfsmitteln genutzt werden, sind solche Einschränkungen nicht zulässig.

Für die Prüfpraxis sind weitere Hinweise nützlich, auf GitHub können Sie dazu ein Issue eröffnen.

Einordnung des Prüfschritts

Einordnung des Prüfschritts nach EN 301 549 V3.1.1

12.1.1 Accessibility and compatibility features

Quellen

12.1.1 Accessibility and compatibility features

Product documentation provided with the ICT whether provided separately or integrated within the ICT shall list and explain how to use the accessibility and compatibility features of the ICT.

NOTE 1: Accessibility and compatibility features include accessibility features that are built-in and accessibility features that provide compatibility with assistive technology.

NOTE 2: It is best practice to use WebSchemas/Accessibility 2.0 [i.38] to provide meta data on the accessibility of the ICT.

NOTE 3: The accessibility statement and help pages are both examples of the provision of product information.

(Aus EN 301 549 V3.1.1 Abschnitt 12.1.1 "Accessibility and compatibility features")

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